Feministische Psychotherapie

 

Persönliches Erleben hat auch eine gesellschaftliche Seite.

Psychische Belastungen entstehen nicht immer nur aus dem individuellen Erleben. Auch gesellschaftliche Erwartungen, Rollenbilder, Machtverhältnisse und strukturelle Bedingungen können beeinflussen, wie wir uns selbst sehen, Beziehungen gestalten und mit unserem Leben umgehen.

Eine feministische Psychotherapie nimmt diese Zusammenhänge ernst.

Dabei geht es nicht darum, für alles, was uns belastet, eine gesellschaftliche Erklärung zu finden. Und ebenso wenig darum, persönliche Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.

Vielmehr geht es darum, gemeinsam genauer hinzuschauen:

 

Was gehört zu meiner persönlichen Geschichte?
Welche Erwartungen wirken auf mich?
Welche Rollen habe ich übernommen?
Was davon entspricht tatsächlich mir?
Wo passe ich mich an – und wo möchte ich mich vielleicht nicht länger anpassen?

 

Wenn aus „Ich bin das Problem“ eine andere Frage wird

Vielleicht kennen Sie Gedanken wie:

„Warum schaffe ich das alles nicht?“

„Warum kann ich nicht einfach Nein sagen?“

„Warum bin ich immer für alle anderen verantwortlich?“

„Warum fühle ich mich schuldig, wenn ich mich um mich selbst kümmere?“

„Warum reicht mir das, was ich leiste, nie?“

 

In einer feministischen Perspektive können solche Fragen erweitert und verändert werden von: 

"Was stimmt mit mir nicht?" zu: "Welche Erwartungen, Rollen und Bedingungen tragen dazu bei, dass es mir so geht?"

 

Das kann neue Perspektiven eröffnen – und damit auch neue Handlungsmöglichkeiten.

Themen können sein:

  • Mental Load und Care-Arbeit
  • Überforderung und Erschöpfung
  • Selbstfürsorge und Abgrenzung
  • Selbstwert und Selbstbehauptung
  • Geschlechterrollen und gesellschaftliche Erwartungen
  • Partner*innenschaft und Beziehung
  • Mutterschaft und Erwartungen an Mutterschaft
  • Vereinbarkeit von Beruf, Familie und eigenen Bedürfnissen
  • Körperbild und Schönheitsnormen
  • Sexualität und sexuelle Selbstbestimmung
  • Erfahrungen mit Sexismus und Diskriminierung
  • Macht und Abhängigkeit in Beziehungen
  • Identität und unterschiedliche Lebensentwürfe
  • die Frage nach den eigenen Bedürfnissen und Wünschen
     

Eine Haltung, kein „Therapieprogramm“

Feministische Psychotherapie verstehe ich nicht als festgelegtes Verfahren und auch nicht als Therapie für ein bestimmtes Krankheitsbild.

Sie beschreibt vielmehr eine Haltung, mit der ich Menschen und ihre Lebensrealitäten betrachte.

Ich möchte einen therapeutischen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Lebensentwürfe Platz haben und in dem wir gemeinsam hinterfragen können, was bisher selbstverständlich erscheinen musste.

Dabei stehen Sie mit Ihrer individuellen Geschichte, Ihren Bedürfnissen und Ihren Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.